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„Erstaunt und erschüttert“
Zum Bericht „Willkommen zuhause“
in der Ausgabe der RHEINPFALZ vom 10. November 2011
Sehr geehrte Damen und Herren!
Voller Interesse habe ich ihren Bericht über die Einweihung des Hauses des Friedens gelesen.
Dass die Speyerer Öffentlichkeit von der Einweihung ausgeschlossen war, ist sehr bedauerlich, aber wegen der
Teilnahme des Bundespräsidenten der hohen Sicherheitsstufe geschuldet.
Erstaunt, um nicht zu sagen erschüttert, hat mich allerdings, dass das Haus des Friedens offensichtlich der
Jüdischen Gemeinde der Rheinpfalz „gehört“ und wegen „Differenzen“ der Zugang zu eigenen religiösen Veranstaltungen für die Jüdische Gemeinde Speyer e.V. verwehrt ist. Die neue Synagoge sollte aber, wie auch der
Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz sehr richtig betont, allen Menschen offen stehen, vor allem aber allen Juden.
Vielleicht irre ich: der Großvater von Juliana Korovai, Smuel Tepman und seine Frau waren mit weiteren
Familienmitgliedern die ersten Juden, die sich nach der Wende in Speyer niedergelassen haben. Sie haben schon sehr frühzeitig mit Unterstützung des damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Bubis, und
weiterer Unterstützung durch Alt-Oberbürgermeister Schineller und Alt-Bischof Schlembach versucht, in Speyer eine neue Synagoge zu errichten. Insofern ist es für mich umso erstaunlicher und bedauernswerter, dass
diesen „ersten“ jüdischen Bürgern die neue Synagoge, das Haus des Friedens, für eigene religiöse Veranstaltungen verweigert wird.
Dr. Jürgen Höfling, Speyer
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