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Die Jüdische Zeitung (Wochenzeitschrift der jüdischen Orthodoxie der Schweiz) Nr. 50, 20 Kislew 5772/ 16. Dezember 2011                                                                                                                                                              Alte Mikwe in Speyer als Kelim-Mikwe brauchbar

Speyer. Jüdische Gemeinde/Jahadus. Wie allgemein bekannt ist, besteht in dieser Stadt eine alte Mikwe, die ca. im Jahre 1128 gebaut wurde. Es ist die älteste erhaltene Mikwe in Europa. Bei einem Skype-Schiur von Jahadus/ Zürich wurde von Frau J. Korovai, die dort jüdische Gemeinde organisiert, die Frage vorgelegt, ob diese Mikwe auch heute noch koscher sei. Daraufhin wurde Raw Meir Posen schlito, der bekannte Weltexperte für Mikwes, angefragt, und er erklärte sich bereit, für diesen Zweck nach nach Speyer zu reisen. Am letzten Mittwoch traf Raw Posen in Speyer ein. Er besuchte bald den Oberbürgermeister der Stadt, um sich zu erkundigen, ob seitens der Stadt, in deren Besitz die Mikwe heute ist, eventuell einige Änderungen erlaubt würden. Der Oberbürgermeister erklärte ihm, dass dies zwar nicht von ihm allein entschieden werde, aber grundsätzlich darf so ein historischer Platz keineswegs abgeändert werden. Nach einer Inspektion in der Mikwe äußerte sich Raw Posen, dass sie ohne Änderung nur schon praktisch nicht zu benützen sei. Die fehlende Warmwasserzuleitung, wie auch sonst die baulichen Verhältnisse wie fehlende Geländer etc. ließen dies nicht zu. Hingegen für Twilas Keilim (Toiweln von neugekauften Essgeräten) sei diese Mikwe geeignet.                                                                                        Vor einigen Wochen wurde in Speyer zur Freude der jüdischen Bevölkerung der Umgebung eine neugebaute Synagoge eingeweiht. Leider wurde dabei unterlassen, eine Trennwand zwischen Männer- und Frauenplätzen zu erstellen. Es wird jetzt versucht, bei den maßgebenden Stellen zu erreichen, dass diese noch nachträglich eingebaut wird, da sonst die Synagoge für jeden orthodoxen Jehudi unbrauchbar wäre.                                                                                                                       

                                                               Foto: Oksana Korovai

 

Letzte Änderung: 10.04.2012

© WebDesign: O. Korovai, A. Niggemann. Fotos: O.Korovai, A. Niggemann