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7. Kapitel - Hamans Untergang
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Im Palast von Achashverosh. Der König, Esther und Haman lassen sich nach dem Essen von einer
Tänzerin unterhalten.
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Esther:
Mein König, stimmt es, dass Ihr die Vernichtung aller Juden im ganzen Reich angeordnet habt? Achashverosh: Nicht das Wir wüßten. Haman, weißt Du etwas darüber? Haman: Nun ja,
ich hatte Euch doch von diesem unbotmäßigen Volk erzählt, dass unsere Gesetze nicht beachtet. Ihr gabt mir volle Freiheit, was immer nötig ist, auch anzuordnen. Achashverosh (zornig):
Aha, jetzt erinnern Wir Uns. Und dir ist nichts besseres eingefallen, als ein Blutbad anzuberaumen. Dafür haben Wir dir Unseren Siegelring nicht gegeben! Was hast du dir dabei gedacht? Daß Wir
Unsere Truppen gegen unbewaffnete Bürger in den Kampf schicken? In was hast du Uns da hinein geritten?
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Achashverosh schickt die Tänzerin mit einer Handbewegung weg.
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Haman: Ihr seid meine letzte Hoffnung, rettet mich, Herrin! Er wird mich vernichten!
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Achashverosh: Was tust du da, du Sohn eines räudigen Wüstenschakals? Wie kannst du es
wagen Unsere Königin auch nur anzurühren? Scher dich weg, EX-Minister!
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Achashverosh: Ein Galgen? Für wen? Wer hat das angeordnet?
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Esther: Den hat Haman errichten lassen für Mordechai. Achashverosh: Wir werden
diesem Ex-Minister eine ganz besondere Ehre erweisen! Wachen, schnappt euch Haman und hängt ihn an seinem eigenen Galgen da draußen auf! SOFORT!
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Achashverosh: Vielleicht sollten Wir in Zukunft nur Unserer Königin vertrauen? Esther:
Für mich gibt es keine Zukunft. Achashverosh: Was sagst du da? Wie meinst du das? Esther: Weil Ihr mich hinrichten lassen werdet, mein geliebter König. Achashverosh:
Niemals, wie kann dir so etwas nur in deinen hübschen Kopf kommen? Esther: Und Vashti? Habt Ihr die nicht hinrichten lassen. Achashverosh: Nur aufgrund einer Intrige des Haman.
Esther: Auch mein Volk soll nun einer Intrige des Haman zum Opfer fallen. Achashverosh: Volk? Bis Du etwa Jüdin? Esther:
Mein Onkel Mordechai hatte mich gebeten das geheim zu halten. Wenn Ihr mich liebt, rettet mein Volk, ich bitte Euch nur um das Eine. Achashverosh:
Auch Wir müssen Uns an Gesetze halten. Ein mit Unserem Siegelring besiegelter Erlaß kann nicht zurück genommen werden. Esther:
Werdet Ihr für mein Volk auch Galgen errichten lassen wie Haman es getan hat? Oder stürmen Eure Soldaten in unsere Häuser und schlachten unsere Frauen und Kinder grausam mit dem Schwert? Und
danach? Seid Ihr dann glücklich, wenn Ihr über die Leiber erschlagener Juden und über meinen blutigen Leib in ein judenfreies Reich marschieren könnt? Achashverosh:
Beruhige dich. Für dich werden Wir eine Ausnahme vom Erlaß machen. Esther:
Ich bin keine Ausnahme, ich bin Jüdin. Von meinem Volk und meinem Glauben kann und will ich mich nicht lossagen. Nehmt mich an Stelle meines Volkes. Vollzieht den Erlaß nur an mir,
laßt aber den Juden ihr bescheidenes Leben. Sie tun niemandem etwas. Verschont auch meinen Onkel Mordechai. Achashverosh:
Mordechai? Mordechai? Den haben Wir doch gerade hoch geehrt. Auch er ein Jude, wie merkwürdig. Allerdings hat er Uns schon einmal gerettet. Vielleicht rettet er auch diese Situation?
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Mordechai: Nach persischem Gesetz können Erlasse, die das Siegel des Königs tragen, nicht
aufgehoben werden. Es wäre jedoch möglich, einen zweiten Erlaß herauszugeben, der den ersten gewissermaßen „neutralisiert. Achashverosh: Und wie müßte dieser zweite Erlaß lauten?
Mordechai: Erlaubt den Juden, dass sie sich selbst verteidigen dürfen, wenn sie angegriffen werden.
Sie sollen das Recht erhalten im Falle eines Angriffs alle Feinde einschließlich deren Frauen und Kindern töten zu dürfen. Esther:
Das ist ja schrecklich. Frauen und Kinder bei der Selbstverteidigung zu töten. Das ist keine Selbstverteidigung sondern ein Massaker! Mordechai:
Selbstverständlich werden wir keine Frauen und Kinder töten. Der zweite Erlaß muß aber so scharf abgefaßt sein, so abschreckend sein, dass kaum einer es wagen wird den ersten Erlaß zu befolgen.
Achashverosh: Ein wahrlich weiser Rat. Was hältst du, Mordechai davon, als Minister in Unsere Dienste zu treten? Mordechai: Zumindest werde ich klügere Erlasse in Eurem Namen
herausgeben. Die Klugheit fällt dann auf Euch und Euer Ansehen im Reich und in der Welt zurück. Achashverosh: Dann sollst Du uns lange erhalten bleiben und Uns mit Rat und Tat zur Seite stehen
wie Unsere Königin deine und Unsere.
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